FI-Schalter und Leitungsschutzschalter
FI-Schalter und Leitungsschutzschalter – was ist der Unterschied?
FI-Schalter und Leitungsschutzschalter gehören zu den wichtigsten Schutzgeräten einer modernen Elektroinstallation. Auf den ersten Blick sehen sie sich ähnlich und sitzen meist direkt nebeneinander im Sicherungskasten. Ihre Aufgaben unterscheiden sich jedoch deutlich.
Während der FI-Schalter vor gefährlichen Fehlerströmen schützt, übernimmt der Leitungsschutzschalter den Schutz der elektrischen Leitungen vor Überlastung und Kurzschluss.
In diesem Ratgeber erklären wir einfach und verständlich, worin der Unterschied liegt und warum beide Schutzgeräte in einer Elektroinstallation wichtig sind.
1. Was ist ein FI-Schalter?
Der FI-Schalter wird auch Fehlerstrom-Schutzschalter oder RCD genannt.
Er überwacht vereinfacht gesagt, ob genauso viel Strom über die elektrischen Leiter zurückfließt, wie zuvor in den Stromkreis hineingeflossen ist.
Tritt beispielsweise durch ein beschädigtes Gerät oder eine fehlerhafte Leitung Strom gegen Erde aus, erkennt der FI-Schalter diese Differenz und unterbricht den Stromkreis sehr schnell.
Damit dient der FI-Schalter insbesondere dem Schutz von Personen vor gefährlichen elektrischen Fehlerströmen.
Für den Personenschutz werden häufig FI-Schalter mit einem Bemessungsdifferenzstrom von 30 mA verwendet.
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2. Was ist ein Leitungsschutzschalter?
Der Leitungsschutzschalter wird häufig als LS-Schalter, Sicherungsautomat oder einfach als Sicherung bezeichnet.
Seine Aufgabe besteht darin, elektrische Leitungen vor zu hohen Strömen zu schützen.
Eine Überlastung kann beispielsweise entstehen, wenn zu viele oder zu leistungsstarke Verbraucher gleichzeitig an einem Stromkreis betrieben werden. Auch bei einem Kurzschluss unterbricht der Leitungsschutzschalter den Stromkreis automatisch.
Ein sehr verbreitetes Beispiel im Wohnbereich ist ein B16-Leitungsschutzschalter.
Dabei steht:
B für die Auslösecharakteristik 16 für einen Nennstrom von 16 Ampere.
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3. FI-Schalter und Leitungsschutzschalter im direkten Vergleich
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Merkmal |
FI-Schalter |
Leitungsschutzschalter |
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Hauptaufgabe |
Schutz vor Fehlerströmen |
Schutz der elektrischen Leitung |
|
Schutz vor |
gefährlichen Fehlerströmen |
Überlastung und Kurzschluss |
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Typischer Wert |
z. B. 30 mA |
z. B. B16 A |
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Einbau |
Elektroverteilung |
Elektroverteilung |
|
Ersetzt das andere Gerät? |
Nein |
Nein |
Der FI-Schalter schützt insbesondere vor gefährlichen Fehlerströmen – der Leitungsschutzschalter schützt die elektrische Leitung.
4. Warum braucht man beide Schutzgeräte?
FI-Schalter und Leitungsschutzschalter ergänzen sich.
Ein Leitungsschutzschalter erkennt beispielsweise eine Überlastung oder einen Kurzschluss. Ein kleiner Fehlerstrom gegen Erde muss jedoch nicht zwangsläufig hoch genug sein, damit ein normaler Leitungsschutzschalter auslöst.
Hier kommt der FI-Schalter ins Spiel.
Umgekehrt ist ein FI-Schalter nicht dafür vorgesehen, eine elektrische Leitung bei einer normalen Überlastung abzusichern.
Deshalb werden in modernen Elektroverteilungen beide Schutzfunktionen eingesetzt.
5. Was ist ein FI/LS-Schalter?
Eine besonders kompakte Lösung ist der sogenannte FI/LS-Schalter, auch RCBO genannt.
Er kombiniert mehrere Schutzfunktionen in einem Gerät:
- Fehlerstromschutz
- Überlastschutz
- Kurzschlussschutz
Dadurch kann ein einzelner Stromkreis separat abgesichert werden.
Ein Vorteil besteht darin, dass bei einem Fehler nicht zwangsläufig mehrere Stromkreise gemeinsam abgeschaltet werden müssen.
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6. Welcher Schutzschalter ist der richtige?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Die Auswahl hängt unter anderem ab von:
- Art des Stromkreises
- Leitungsquerschnitt
- angeschlossenen Verbrauchern
- vorhandener Elektroinstallation
- erforderlicher Auslösecharakteristik
- benötigtem Fehlerstromschutz
Gerade bei leistungsstärkeren Verbrauchern wie Wallboxen, Wärmepumpen oder größeren elektrischen Anlagen können andere Anforderungen gelten als bei einem normalen Steckdosenstromkreis.
Deshalb sollte die Auswahl immer passend zur jeweiligen Elektroinstallation erfolgen.
Fazit: FI und LS erfüllen unterschiedliche Aufgaben
FI-Schalter und Leitungsschutzschalter sehen ähnlich aus, erfüllen jedoch zwei unterschiedliche Schutzaufgaben.
Der FI-Schalter erkennt gefährliche Fehlerströme und trägt zum Personenschutz bei.
Der Leitungsschutzschalter schützt die elektrische Leitung vor Überlastung und Kurzschluss.
In einer sicheren Elektroinstallation ergänzen sich beide Schutzgeräte. Alternativ können für einzelne Stromkreise kombinierte FI/LS-Schalter eingesetzt werden.
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Wichtiger Hinweis: Arbeiten an elektrischen Anlagen und Elektroverteilungen sollten ausschließlich von entsprechend qualifizierten Elektrofachkräften ausgeführt werden.







